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	<title>aiweiwei.blog.hausderkunst.de &#187; entschuldigungskultur</title>
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		<title>diplomatisches spiel</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Sep 2009 13:02:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Ulrich Wilmes]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[entschuldigungskultur]]></category>
		<category><![CDATA[politischer Aktivist]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;. und wieder einmal spielt die politik ihr diplomatisches spiel. Es ist eigentlich ein unmöglicher spagat zwischen politisch-moralischer korrektheit und ökonomischen interessen, der schon bei bloßer kenntnissnahme schmerzen im schritt verursacht. als spielfeld für die einforderung menschenrechtlicher Zustände sind kulturelle veranstaltungen immer besonders beliebt &#8211; vor allem dann, wenn systemkritische künstler und denker erwartet werden. wie leicht ein veranstalter dabei [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;. und wieder einmal spielt die politik ihr diplomatisches spiel. Es ist eigentlich ein unmöglicher spagat zwischen politisch-moralischer korrektheit und ökonomischen interessen, der schon bei bloßer kenntnissnahme schmerzen im schritt verursacht. als spielfeld für die einforderung menschenrechtlicher Zustände sind kulturelle veranstaltungen immer besonders beliebt &#8211; vor allem dann, wenn systemkritische künstler und denker erwartet werden. wie leicht ein veranstalter dabei zwischen baum und borke geraten kann, haben wir in den letzten tagen in frankfurt miterlebt. eben noch von &#8220;seiner&#8221; oberbürgermeisterin belobigt, die in wohlfeilen worten &#8220;standfestigkeit&#8221; bei der einhaltung von einladungen beschwört, muss herr boos kurz darauf eine öffentliche entschuldigung (&#8220;so sorry!&#8221;) an die offizielle delegation des beleidigten gastlandes aussprechen.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">die freie meinungsäußerung über inoffizielle kanäle (zum beispiel bei ausstellungseröffnungen) befreit von der (vielleicht lästigen?) pflicht, unangenehme themen woanders ansprechen zu müssen: vielleicht beim nächsten offiziellen besuch, wenn eine hochrangig besetzte delegation aus politik und wirtschaft nach beijing reist, um erfolgreich den boden zu bereiten für den zugang zum größten markt der welt. wie sagte ai weiwei gestern in der sz: &#8220;ich bin sehr für dialog. aber dafür braucht man zwei seiten!&#8221;</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">bei unserem gestrigen besuch in der klinik trafen wir einen sehr wachen, sich gut erholenden ai weiwei. er begrüßte uns mit einem herzlichen &#8220;so sorry!&#8221; und erzählte, wie froh er über die sehr gute und freundliche betreuung sei. wenn man ihn dort trifft, kann man es kaum glauben, einem so &#8220;leidenschaftlichen&#8221; künstler und kämpfer zu begegnen, der &#8220;sich so leicht die finger verbrennt&#8221;. Dabei strahlt er nicht nur in diesen tagen eine erstaunliche heiterkeit aus, die dem klischee des aktivisten mit schaum vor dem mund vollkommen widerspricht. diese gelassenheit verschweigt allerdings nie seine sorge um die sicherheit seiner familie und freunde. jetzt jucken ihm aber erstmal die finger, den aufbau seiner ausstellung wieder selbst vor ort lenken zu können &#8211; obwohl wir ihm versichern konnten, dass alles in guten händen ist und er sich, ungewöhnlich genug für ihn, alle zeit lassen kann.</p>
<p style="text-align: left;">
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		<title>&quot;so sorry&quot; &#8211; das statement zur ausstellung</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Aug 2009 11:59:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Chris Dercon]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ai Weiwei]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8216;So Sorry&#8217;, the title of Ai Weiwei&#8217;s exhibition, refers to the thousands of apologies expressed recently by governments, industries and financial corporations worldwide, in an effort to make up for tragedies and wrong doings – though often without shouldering the consequences or the desire to acknowledge let alone repair. Saying sorry – or not saying [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8216;So Sorry&#8217;, the title of Ai Weiwei&#8217;s exhibition, refers to the thousands of apologies expressed recently by governments, industries and financial corporations worldwide, in an effort to make up for tragedies and wrong doings – though often without shouldering the consequences or the desire to acknowledge let alone repair. Saying sorry – or not saying it – is in the headlines everywhere and thus also in China. It seems, however, that the expression &#8216;sorry&#8217; has taken on the meaning of &#8216;fuck off&#8217;. Since to apologise also means that it is too late to make amends. Do we really want to buy into &#8216;so sorry&#8217;? And should we not find new ways to say sorry and to express our regrets? Do we need a different<br />
culture of apologising?</p>
<p>“So Sorry”, der Titel der Ausstellung von Ai Weiwei, nimmt Bezug auf tausende von Entschuldigungen, die Regierungen, Industriebetriebe und Kapitalgesellschaften in letzter Zeit vorgebracht haben, um ihr Bedauern über Tragödien und Fehlverhalten kundzutun &#8211; oft ohne für die Konsequenzen gerade zu stehen, und ohne den Wunsch, Fehler zuzugeben, geschweige denn sie wieder gut zu machen. Sich entschuldigen &#8211; oder sich nicht entschuldigen &#8211; ist überall in den Schlagzeilen, auch in China. Die Wendung “sorry” scheint allerdings mittlerweile eher die Bedeutung von “fuck off” angenommen zu haben. denn sich zu entschuldigen heißt auch, dass es zu spät ist, Fehler wieder gut zu machen. Wollen wir ihnen “So Sorry” wirklich abkaufen? Und müssten wir nicht neue Wege finden, um uns zu entschuldigen und unser Bedauern zum Ausdruck zu bringen? brauchen wir eine andere entschuldigungskultur?</p>
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